Presseerklärung vom 28.1.2010

„Erstmal möchte ich alle Vertreter der Presse und die des Vereins begrüßen. Ich bin heute hier, um über meinen Gesundheitszustand Auskunft zu geben.

Wie bekannt ist, hatte ich schon zahlreiche Verletzungen von denen ich mich stets schnell erholt habe. Ernsthaft beeinträchtigt hat mich nur eine sehr komplizierte und schwerwiegende Verletzung in meinem rechten Knie, die mit 2 operativen Eingriffen behandelt wurde, zuletzt von Dr. Steadman in den USA.

Alleine und getrennt von meiner Familie, die mitgelitten hat, bin ich im Juli 2008 nach Amerika gereist, um mich auf eigene Kosten operieren zu lassen und die ersten zwei Monate Reha dort zu absolvieren.

Optimal fortgeführt wurde die Reha dann hier in Neu Isenburg, bei R2comSport, die mich Ende Oktober 2009 schmerzfrei und in gutem körperlichen Zustand dem Trainer übergeben haben.

In der Zwischenzeit wurde mir von Seiten der Eintracht eine Verlängerung meines auslaufenden Vertrages angeboten, die ich dankbar angenommen habe, um im Falle der Genesung auch spielen zu können.

PK_am_28.1.2010_cp20_01Ich habe diese lange Zeit und die – man kann vielleicht sagen – übermenschlichen Belastungen auf mich genommen, um meinen Traum, den Traum vom Bundesligasspieler zu verlängern und war überglücklich, als mich Michael Skibbe noch im Dezember 2009 die ersten Sekunden auf den Platz schickte und ich von unseren mitgereisten Fans lautstark empfangen wurde. Im Januar ging es nach überstandenem Trainingslager weiter mit einem Kurzeinsatz gegen Bremen und dem ersten längeren Einsatz am vergangenen Samstag in Nürnberg.

Ich habe es geschafft meinen Traum zu verlängern, leider nur sehr kurz. Am Dienstag traten plötzlich zu Beginn des Trainings starke Schmerzen im Knie auf, die eine Kernspintomographie notwendig machten.

Die Diagnose der Ärzte ist ernüchternd. Die Bilder zeigten eine Entzündung im Knochen und einen Außenmeniskuseinriss, der aufgrund des weiter vorangeschrittenen Knorpelschadens entstanden ist. Eine nochmalige Operation mit monatelanger Reha-bei sehr zweifelhafter Hoffnung nochmals spielen zu können-, würde die Eingehung eines gesundheitlich nicht mehr vertretbaren Risikos bedeuten.

Ich bin 28 Jahre alt und habe statistisch noch mehr als 50 Jahre zu leben. Die Abwägung zwischen weiteren Bundesligaspielen und einer sehr ernsten Beeinträchtigung meiner Gesundheit führt dazu, dass ich mich entschlossen habe, meine Karriere als Lizenzspieler nicht weiter fortzuführen.

Natürlich bin ich enttäuscht. Ich bin aber nicht traurig, alles – wirklich alles! – versucht zu haben, meinen Traum weiterzuleben.

Verletzungen gehören zum Fussball dazu und sind unvermeidbar und Schicksal. Der Fussball hat mir viel gegeben und so möchte ich mich noch einmal bei meiner Familie, Freunden, Verein, Trainer und vor allem bei unseren und meinen treuen Fans bedanken, die mich immer unterstützt haben.

Ich hoffe natürlich, dass ich dem Fussball in irgendeiner Art erhalten bleibe und vielleicht auch der Eintracht. Danke!“